Deutschland, wir kommen …

… hello again.

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Jede Reise geht zu Ende, auch die unsere. Und das ist gut so! Wir freuen uns auf Zuhause, die Familie, Freunde, Bekannte … das eigene Bett. Wir freuen uns auf Park-Fitness u. auch die neuen Aufgaben, die anstehen! OK, vielleicht weniger auf den einstelligen Temperaturbereich.

Die Reise in Zahlen: 10 Wochen waren wir unterwegs: 8 Länder in 4 Kontinenten. Zu den 34.000 Flugmeilen addieren sich etwa 8.500 Auto-Kilometer. Wir kommen auf 47 verschiedene Übernachtungsorte: 47 x Unterkunft finden sowie 47 x Ein- u. Auspacken. Wir besuchten während der Reise 79 Weingüter. Die 13 bekommt für uns eine neue Bedeutung: 13 Mal haben wir die Uhr umgestellt. In Summe haben wir 13 Lang- u. Kurzstreckenflüge absolviert, den letzten am Freitag, den 13.! Für Freunde fortgeschrittener Statistik: alles in Allem waren wir 71 Stunden = nahezu 3 Tage in 10.000 Meter Höhe: Economy.

Was aber sind Zahlen gegen die Erlebnisse auf der Reise: viele interessante Menschen haben wir getroffen. Vor nicht wenigen ziehen wir den Hut: vor denen, die es nicht leicht im Leben haben, sich dennoch nicht unterkriegen lassen u. voller Optimismus sind. Die anderen, weil sie enormen Mut haben, neue Dinge anpacken u. an ihre Idee glauben. Gerne erinnern wir uns an Leslie’s Worte in Argentinien: wer viel reist u. viel sieht weiß, was er an Zuhause hat. Und ganz sicher haben wir das Glück zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu leben!

Vielen haben wir Dank zu sagen: für die Unterstützung im Vorfelde, den wachsamen Blick auf Haus & Hof während der Abwesenheit … aber auch die eine oder andere aufmunternde Nachricht aus der Heimat in die Ferne. Wir hatten das große Glück, nicht ernsthaft erkrankt zu sein, das Dinge weitgehend funktioniert haben u. „spannende Momente“ gut ausgingen. Für Körper u. Geist war es schon so manches Mal eine echte Herausforderung, aber man wächst ja bekanntlich mit der Aufgabe. Auch lagen mal die Nerven blank oder die Luft war raus … aber den Tiefs folgten umso schönere Hochs. Insider haben bestimmt auf das Bild mit dem Eis gewartet: Eis gab’s schon, das aber nur zum Vergnügen.

Wir besuchten viele Weingüter, trafen hochinteressante Winemaker u. verkosteten um die 400 Weine. Große Estates, Namen von Welt waren dabei, ebenso eine Menge kleiner u. mittlerer Family owned Wineries. Internationales Kapital vs. Passion u. Rund-um-die-Uhr Engagement, beides kann zu tollen Weinen führen. Wir hatten die Freude, viele interessante Weine im Glas zu haben!

Bestimmt braucht es nun zu Hause weitere 10 Wochen die Eindrücke zu sortieren u. zu verarbeiten. Ganz sicher werden viele davon bleiben, die Reise hat in verschiedener Art & Weise den Horizont erweitert u. sich mehr als gelohnt. Es war die richtige Entscheidung zur passenden Zeit!      

Im letzten Satz möchte ich mich noch einmal persönlich bedanken: bei Florian, der die Stellung hielt u. zu Hause so einige Bälle zu jonglieren hatte. Besonders aber bei Kerstin, die diese „spezielle Reise“ mitmachte u. mir dabei viele Freiheiten lies!

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Südafrika: Paarl, Stellenbosch, Cape Town & Wein (03. Nov. – 12. Nov.)

Die Affen sind los … Deutschland wir kommen!

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Südafrika Teil 2: Paarl, Stellenbosch, Cape Town & Wein (03. Nov. – 12. Nov.)

Wir erreichen den Wein-District Wellington-Paarl: schöne Weinberge vor grandioser Bergwelt, insbesondere am Abend. Wellington ist eine nette, kleine Stadt mit vielen Gebäuden im holländischen Kolonialstil: weiß, wie die Autos. Hier spricht man Afrikaans, Englisch ist merklich die Zweitsprache. Vielleicht ist Paarl nicht so berühmt wie die Nachbarregion Stellenbosch, ähnelt ihr aber sehr. Wir haben mit der Sauvignon Country Lodge eine tolle Unterkunft, Mariska & Kris sind vor 3 Jahren aus Belgien ausgewandert u. haben hier ein ehemaliges Weingut von Grund auf renoviert. Dieses betreiben sie mit viel Engagement u. Liebe. Max, ein Rhodesian-Ridgeback Mischling tut das Übrige zur Gästebindung. Am Abend noch geht’s zu Val Du Charron Wines, ein Weingut mit Terrassen-Restaurant u. Blick auf die Berge. Am Morgen leiht Kris uns seine Mountainbikes u. wir starten Richtung Lacaranda, ein kleines Weingut eines Schweizers. Seine Frau Birgit (aus dem Schwarzwald) wird angefunkt, kurz danach fährt sie vor. Sie haben in jungen Jahren schon viel erlebt, u. a. in Shanghai gelebt u. dort einen Weinvertrieb aufgebaut. Dann haben sie alles auf eine Karte gesetzt u. in Wellington das Weingut gekauft, dieses neu auf- u. ausgebaut. Wir sitzen beim Tasting auf der Veranda unter bestechend blau-blühenden Bäumen, die uns erstmals in Australien auffielen. Birgit hat einige von ihnen, sie heißen Lacaranda (endlich wissen wir auch das) u. sind der Namensgeber für das Weingut. Wir verkosten schöne, handgemachte Weine. Darunter ist auch ein sehr spezieller, weißer 2013er Chenin Blanc mit 16,5% Alkohol, der für den Export nach Deutschland nicht zugelassen wurde. Sehr angenehm sind der Sauvignon Blanc, der Chenin Blanc u. der Premium Blend: von easy-trinking bis komplex-interessant. Danach geht’s noch zu Bosman, einem der großen, internationalen Weinrebenzüchter, inzwischen mit Weingut-Anhang. Bei Bosman werden französische Reben auf amerikanische Wurzelreben aufgepropft. Ziel ist, die Reblaus außen vor zu halten, welche die Wurzeln von amerikanischen Rebe nicht befällt. Bosman besitzt ein imposantes Anwesen u. natürlich sehr viel Rebsorten, die in seine Weinproduktion mit eingehen. So probieren wir u. a. einen Rosé aus 47 (!) verschiedenen Trauben. Die Weine sind tlw. recht interessant, neben dem Pinotage gefallen ein Chenin Blanc aus dem drittältesten Chenin B. Weinberg Südafrikas u. ein Blend im Bordeaux-Stil. Ich werde noch kurz im Weinkeller eingesperrt … ein Traum für eine Nacht. Der Alte-Reben Chenin Blanc kommt mit, sehr professionell ist die Verpackung in Papier u. Extrakarton. Bosman ist – wie viele Weingüter – eingezäunt u. Wachpersonal prüft (sehr freundlich) das Kommen & Gehen. Den Tag danach geht’s zu Wellington Wines, einer Winzergenossenschaft. Da der Tasting-Room umgebaut wird, verkosten wir inmitten der Produktionsanlagen. Südafrika hat eine lange Weinbautradition, bis zum Ende der Apartheit aber war das Weingeschäft in Südafrika sehr zentral gesteuert … die Neustrukturierung u. internationale Ausrichtung waren zweifelsohne eine echte Herausforderung. Wir besuchen im Anschluss Diemersfontein, bekannt für an Schokolade u. u. Mokka erinnernde Pinotage’s: 2013 = Schokolade, 2014 = Mokka. Die Schokoversion geht mit, dient aber nur dem Tauschgeschäft mit Mariska -> wir dürfen einen 2012er Andreas Shiraz unser eigen nennen. Am späten Nachmittag steht noch Doolhof auf dem Plan, nach mehreren Kilometern welliger Schotterpiste erreichen wir ein abgelegenes Estate zu Füssen der Berge. Die Weine sind von … bis, der unlabeled 2008er Pinotage ist in jeder Hinsicht ein Schnapp u. begleitet uns auf dem Weg zurück. Nach einer TRX Runde im Garten geht’s am nächsten Tag Richtung Stellenbosch, dem Inbegriff für Südafrika-Wein. Wir treffen am späten Vormittag Yngvild, die Seniorchefin von Kaapzicht. Mit 190 Hektar ist Kaapzicht ein echtes Familien-Groß-Unternehmen. Yngvild (geb. in Bremen) u. der Winemaker, ihr Sohn Danie Jr. zeigen uns die Weinberge mit Blick auf den Tafelberg u. den Lions Head, die Kelleranlage u. die Weiterverarbeitungsstationen. Hier geht es weniger um Showrooms, hier ist authentisches Winemaking angesagt. Danie Jr. war nach seinem Studium einige Jahre in der globalen Weinwelt unterwegs u. gehört der neuen Generation südafrikanischer Winzer an. Danie arbeitete u. a. 6 Monate für Allan Scott in Marlborough, Neuseeland … vor wenigen Wochen noch waren wir bei Allan Scott, der Kreis schließt sich. Er führt die Geschichte seines Vaters Danie Sr. fort, der den Mut besaß, zu Zeiten der Apartheit u. allesbeherrschenden Zentralweingüter, 1984 erste eigene Weine zu produzieren. Repressalien trotzend u. wirtschaftlich schwierige Zeiten meisternd, war der heutige Erfolg die Belohnung all der Mühen. Heute arbeiten 50 (meist) Farbige auf dem Weingut, Kaapzicht zahlt das Schulgeld der Kinder der Familien u. am Nachmittag eine weitere Hausaufgabenbetreuung. Wir sind angetan von den Personen, der Geschichte, der sozialen Verantwortung u. nicht zuletzt den Top-Weinen Kaapzicht’s. Unglaublich: der 2001er Pinotage gewann 2004 unter Danie Sr. den Award Best Red Blend in the World by the International Wine & Spirits Competition in London, das gegen die Großen der Weinwelt mit ihren Cabernet Sauvignon, Merlot u. Syrah/Shiraz Weinen. Im Übrigen führt auch die Sansibar auf Sylt Weine von Kaapzicht u. der Pfälzer Weinstar Markus Schneider kooperiert mit Danie Jr. -> das Ergebnis ist der Olifant. Zweimal mehr: Respekt! PS. Interessanter Link zu Yngvild: http://www.kaapzicht.co.za/Page.aspx?PAGEID=2511&Type=About&CLIENTID=1104&Title=ABOUT US

Am Abend beziehen wir unser neues Quartier in den Hügeln von Somerset West unweit von Kapstadt. Von hier haben wir den Blick auf die Bay u. Somerset bei Nacht. Schnell schließen wir Freundschaft mit Orion u. Kenia, zwei Zuneigung suchenden schwarzen Riesenschnauzern.

Am nächsten Morgen fahren wir die N2 an Kapstadt vorbei nach Constantia zu Constantia Glen. Constantia liegt wunderschön in der Nähe des Tafelbergs u. des Atlantiks. Entlang der N2 Richtung Flughafen sehen wir erneut riesige, eingezäunte Townships mit improvisiertes Elektrizität u. Reihen von „Dixi-Klos“. Viele der Farbigen tragen trotz der Wärme Fleece-Pullis, Jacken u. sogar Strickmützen … Sonnenschutz der besonderen Art. Trotz der vielen Geschichten u. der meterhohen Elektrozäune in Somerset-West (unser aktuellen Heimat) hatten wir nie das Gefühl der Bedrohung. Jetzt aber: Constantia Glen ist das Vorzeige-Weingut: supermodern u. blitzblank, alles vom Neuesten. Hier wird versucht, aus allem das Optimum herauszuholen, so wird der Wein z. B. mit einem Fahrstuhl nach oben gebracht, um – ggf. qualitätsminderndes – Pumpen zu vermeiden. Horst Prader, quasi GF u. Vertreter der Besitzerfamilie nimmt sich Zeit, zeigt uns das Anwesen, die Produktion u. am Ende das Tasting-Bistro. Dort gibt es zu den (nur) 4 Weinen eine super leckere Vesper-Mahlzeit. Nicht nur die Sprache verrät Horst’s Heimat Österreich. Das aber ist über 50 Jahre her, Horst ist über 70 u. Arbeit ist sein Hobby. Die Weine 2 (weiß), 3 u. 5 (rot) sind prämiert u. sehr interessant. An dieser Stelle unseren Dank an Kerstin Zeter u. das Zeter Team, Weinagentur in der Pfalz für die Vermittlung der Kontakte. Wir fahren noch zu Buitenverwachting, einem der 10 Weingüter im beengten Constantia Wine-District. Das Tasting geht leider etwas in der Masse unter. Von da machen wir noch einen Abstecher nach St. James u. dem Beach: eine Great White Shark Area … zum Glück sind die Flaggen unten. Wir erfreuen uns der bunten Umkleidehäuser u. der ausgelassenen Stimmung. Auch hier am Strand wird von den Kindern viel Rugby gespielt, sicher animiert durch die WM in London. Südafrika wurde am Ende 3., Zweiter wurde Australien u. es gewann Neuseeland. Doch das richtige Shirt gekauft!

Am Sonntag wollen wir den Tafelberg besteigen, verlaufen uns aber u. kommen abseits zum Kloof Corner Point. Da die meisten mit der Seilbahn fahren, sich daher nicht verlaufen u. sich oben auf dem Tafelberg treffen, sind wir hier nahezu alleine. Wir genießen die Aussicht auf die Bay, den Lion‘s Head u. Cape Town. Am Nachmittag treffen wir Uschi, die Tante unserer Freundin Silke aus Bovenau b. Kiel im Kirstenbosch Botanic Garden zum Schnack. Uschi lebt schon lange in Südafrika, Kerstin kennt sie aus Nordfriesland. Sie gibt uns div. Sicherheitsratschläge mit auf den Weg u. so beschließen wir, die N2 noch vor Anbruch der Dunkelheit zu passieren. Und wirklich: auch auf der N2 erscheinen Anzeigetafeln, dass man in der Nacht nicht anhalten sollte -> egal, was passiert u. egal, wer auf der Straße liegt. Wir essen in Somerset bei Werner in Steffi’s Place, ein gut besuchter Laden. Somerset-West Hills ist ein sehr gut situierter Stadtteil, viele Deutsche leben hier im europäischen Winter. Überhaupt hört man in Südafrika ständig deutsch: viele deutsche Touristen, deutsche Auswanderer u. deutschsprachige Nachbarn aus Österreich u. der Schweiz … man spricht deutsch.

Am Folgetag besuchen wir die Stark Conde Winery, eine traumhafte  gelegene Anlage außerhalb Stellenboschs, das Tasting findet auf der Tearrasse inmitten des Teiches statt. Wir fahren im Anschluss noch auf einen Bauernmarkt in Stellenbosch, interessant sind neben dem Kunsthandwerk vor allem die kulinarischen Leckereien. Wir packen die Beyerskloof Winery u. Warwicks Estate noch mit rein, beide Tastings gehen in deren Besucher-Masse unter. Mehr in Erinnerung bleibt danach die ausgelassene Stimmung bei Sonnenuntergang am Strand von Somerset: Surfer, Angler, Schwimmer, schwarz, farbig, weiß … so soll’s sein. Am Vormittag fahren wir zu Laibach Estates, die Besitzer-Familie kommt aus Heidelberg: schönes Weingut mit Blick auf den Tafel- u. Simonsberg, nettes Team u. ansprechende Weine. Von da geht’s über die Straße zu Kanonenkop. Wir probieren – neben dem Renner Kadette (Cape Blend = mind. 30% Pinotage) – noch den einen oder anderen, zum echten Austausch sind leider zu viele Leute da.

Auf geht’s zu Morgenhof Estates, eine weitere, beeindruckende, parkähnliche Anlage, wichtig ist hier zunächst der Internet Hotspot – da wir in Somerset Probleme haben – um Südafrika Teil 1 „rauszuhauen“. In Folge noch ein Quick-Tasting auf der Veranda: die Weißweine bekommen ein Plus. Zum Abschluss fahren wir noch die Wal-Coast-Route Richtung Cape Hangclip = falscher Cape Point u. genießen auf der Gebirgstrasse noch den Sonnenuntergang überm Atlantik. Der richtige Cape Point u. das Kap der guten Hoffnung aber soll noch kommen, gleich den Tag danach. Zunächst steuern wir Boulders Beach an u. treffen auf ca. 3.000 Pinguine, die allerdings sind echt klein, mehr Möwe ohne Flugtauglichkeit. Im Anschluss fahren wir guter Hoffnung zum Cape Point. Wir besuchen den alten wie den neuen Leuchtturm u. wandern entlang der Küste – tlw. unter Pavian-Eskorte – zum Cape of good Hope: besinnliche Momente u. tolle Bilder. Wir fahren die andere Seite des Zipfels Richtung Norden, passieren auf der Scenic Route Chapman’s Point, die Bergkette 12 Apostel u. kommen nach Houts Bay + Camps Bay zur Rückseite des Tafelbergs -> der Kreis schließt sich.

Wir verlassen am Morgen Somerset-West u. treffen Wessel von M.A.N. … auf der Restaurant-Terrasse verkosten wir 12 Weine, die Restaurant-Besucher um uns herum wissen das Geschehen nicht wirklich einzuordnen. Einen Teil der Weine sind mir bekannt, neue, nicht weniger interessante kommen hinzu. Wir haben – in jeder Hinsicht – viel Spaß! Auf den Weg zum historischen & beschaulichen Franschhoek schauen wir noch bei Neil Ellis Estate rein, ein modernes Weingut mit guten Weinen. Auch hier gefällt der weiße Chenin Blanc, der hier in Südafrika Steen genannt wird. Auf dem Weg zur unserer letzten Reise-Unterkunft Wellington (Mariska & Kris) halten wir kurz bei der Boschendal Winery, ein schöner Park mit weißen, kolonial-holländischen Gebäuden. Ein Quick-Tasting bringt dank der Weine (z. T. jedoch zu jung u. damit zu präsente Tannin) u. des ausgelassenen Waiters viel Spaß. Wir fahren nach Wellington, treffen Mariska, Kris u. Max wieder … auch geben wir das vermisste Fahrradschloss zurück: deutsche Gründlichkeit. Am letzten Tag besuchen wir auf dem Weg zum Flughafen noch das Asara Wine Estate, tolle Anlage mit weitem Blick über die Täler hin zu den wolkenbedeckten Bergen.

Wir nehmen Abschied von Südafrika! Vor uns liegen – inkl. Zwischenlandung in London –  bis HH weitere 20 Stunden Reisezeit. Aber wir sind ja schon in der Zeitzone. Bleibt uns noch ein Resümee der Reise … das folgt über den Wolken!

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*Bilder: “Tischdecke” über d. Bergen, Neuzeit-Architektur: Neil Ellis Estate, Tasting m. Wessel von MAN, Ulianda m. Kerstin in Somerset, Kap der guten Hoffnung (3), schwarze Echsen u. Pinguine (2), Küstenerde, Sonnenuntergang überm Atlantik, holländische Kolonial-Gebäude, Flaschen von 0,75 bis 18,0 l, Hoch-Terrasse von Laibach, Tafelberg + Lion’s Head, Cape Town Hafen, Townships an der N2, ein ganz Großer, Stark Conde Winery, Spaß am Strand + bunte Umkleidekabinen (2), Weinberg v. Bergkulisse, Horst von Constantia Glen, supermoderne Tankanlage von C. G., Blick von Somerset West B&B, Ingvild v. Kaapzicht, Kaapzicht Arbeiter b. Verpacken des Icon-Weins, Abenddämmerung, Max, Tasting Room Managerin b. Diemersfontein, holländische Kirche in Wellington, Mariska & Kris, Birgit u. Weinberg von Lacaranda, Uschi im Botanic Garden, Kellerverlies m. “Freude”.

Südafrika: Garden Route & Nationalparks (30. Okt. – 02. Nov.)

Mit der Wärmflaschen durch Südafrika …

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Von Sydney aus geht’s 14 Std. lang übern Indischen Ozean, zum Glück ist der Jumbojet nicht ausgebucht u. wir haben etwas Platz. Auch ist die Crew entspannt u. es gibt diesmal sogar 4 Weine (Shiraz, Cabernet Sauvignon, Chardonnay, Semillon) zur Auswahl. Die Weine sind Airline-Durchschnitt, einen Sonderpunkt aber gibt’s für die Anzahl der Weine. Der Cabernet ist lt. Etikett für 30.000m Höhe gemacht, wahrscheinlich hatten wir gerade die falsche Flughöhe. Wir landen gg. Abend in Johannisburg, haben erneut eine Zeitverschiebung um 9 Stunden, aber im Uhrumstellen sind wir zwischenzeitlich geübt. Nach einer kurzen Nacht im Flughafenhotel starten wir 06.40 – nachdem wir beim Einchecken & Gepäckhandling auf zwei Afrikaner reingefallen sind – etwas missgelaunt Richtung George an der Südküste Südafrikas. Das Gepäck aber kam mit, so löste sich die Spannung wieder etwas.

Mit dem Wagen geht’s sobald in den Tsitsikamma National Park, diesmal die Kür: Linksverkehr, rechter Fahrersitz u. Handschaltung. Im Übrigen wieder ein asiatisches Modell: Kia. Inzwischen sind wir Ratgeber für asiatische Fahrzeuge. Überhaupt sind die Fahrzeuge auf den Straßen hier fast alle (80% plus) weiß: die Wärme, der Trend (?) u. bei den Mietwagen sicher der günstigere Anschaffungspreis. In Südafrika sehen wir erstmals wieder verstärkt deutsche Marken: VW, Audi, BMW, Mercedes u. auch Porsche. Auf dem Weg kommen wir am Juraki Park vorbei, hier werden verschiedenste Raubtiere aus Rückläufen (Privatbesitz, Circus, Zoo) gehalten. Ein Ranger will gerade mit einem irischen Paar los, uns hat er gleich mit an der Backe. Er heißt Bert, ist in unserem Alter u. hat enorm viel zu erzählen: die unterschiedlichen Lebensweisen, die völlig verschiedenen Jagd- u. Erlegungsweisen von (dort lebenden) weißen, sibirischen u. bengalischen Tigern, weißen u. normalen Löwen, Geparden, Leoparden, Pumas, Hyänen u. a. Wir kommen hautnah an die Tiere ran, nur der Zaun trennt uns, der jedoch steht unter Strom. Wir auch … ganz im Bann von Bert’s Erzählungen. Er ist als Junge in Namibia mit einem Leoparden aufgewachsen u. gibt dieses sehr lebendig wieder. Leider vergisst man zu schnell. Einige Arten sind vom Aussterben bedroht, nicht selten ist die traditionelle chinesische Medizin Grund für die Jagd auf die seltenen Tiere. Das im Wald, unweit des Ozeans gelegene Holz-Zelt im Tsitsikamma ist schon spannend, die Toilette nicht wirklich um die Ecke. Kerstin erschrak doch sehr beim Anblick eines Rock-Dassie, eine Art Murmeltier, welches im Vorbeihuschen schnell für eine Riesenratte gehalten werden kann. Diese Tiere sind hier überall, belagern auch Stühle u. Tische … der nächtliche Toilettengang ist ungewiss. Der Indische Ozean ist recht wild, hohe Wellen schlagen an u. man hört das Wasser in der Nacht sehr deutlich. Der Abendwanderung zu den Hängebrücken am Storms River Mouth folgt am Tag danach eine ambitionierte, mehrstündige – aber sehr beeindruckende – Klettertour über Steinformationen zum Wasserfall. Dem Thema Wein bleibt in diesen Tagen nur die Begleitfunktion beim Abendessen, der Fokus aber ist klar: Pinotage, das Rotweinaushängeschild Südafrikas, sowie das weiße Gegenstück Chenin Blanc. Als nächstes übernachten wir in Knysna auf der Gardenroute gen Westen gelegen. Zum Abendessen sind wir bei JJ’s, eine Institution am Hafen. Inhaber Justin (das erste „J“) kümmert sich sehr persönlich um seine Gäste, er empfiehlt den Pinotage von Diemersfontein aus Wellington … der ist sehr schokoladig. Die leere Flasche dürfen wir dann beschriften, sie ziert jetzt – mit vielen anderen – die Decke von JJ’s Restaurant.

Vor Knysna geht’s noch ins Landesinnere zum Gondwana Camp, Safari ist angesagt. Wir fahren über Schotterpisten, passieren div. Sicherheitsschleusen u. erreichen das Camp. Dort haben wir eine großzügige Hütte, afrikanisch eingerichtet … jedoch wildtiersicher aus Beton. Vor der Hütte liegen Elefanten-Köttel, ein Fake? Leider regnet es den ganzen Tag schon, die Temperaturen sind mächtig gefallen u. so wird die erste Safaritour im offenen Land Rover zur nasskalten Angelegenheit. Kerstin ist gerüstet u. schenkt unserem Ranger Felix ein Paar Handschuhe (!) Felix ist aus Simbabwe, hat 15 Jahre mit Elefanten gearbeitet u. ist seit 3 Jahren Ranger in Südafrika. Wie alle hier ist auch Felix immer gut gelaunt u. man spürt die Freude u. den Stolz, diesen Job zu haben. Arbeiten tun sie echt viel, Freizeit u. Urlaub werden kleingeschrieben. Bestimmt liebt Felix seine junge Familie, ganz sicher aber seinen Land Rover. Land Rover hat die Produktion der Defender-Modelle in England eingestellt, das Camp stellt aktuell auf Toyota um, Felix ist bestürzt. Auch den Tieren ist es zu nass oder zu kalt, in den kommenden 3 Stunden sehen wir zwar viele Zebras, Antilopen, Gnus, Löwen in Quarantäne, zum Greifen nah auch Nashörner … die Elefanten u. Giraffen aber verstecken sich, haben ja auch die passende Größe dafür. Zurück in der Hütte gibt’s Heizdecken, nicht zu vergessen: wir sind in Südafrika. Am Morgen fahren wir wieder früh zu Pirsch, diesmal sind wir alleine mit Felix, die beiden anderen sind abgereist. Felix wartet am Land Rover u. hat eine Überraschung für uns: eine Wärmflasche! Aber es ist trocken u. es soll noch sehr warm, besser heiß werden. Nach einigen Kilometern fahren wir unerwartet in einer Rechtskurve geradeaus in den Busch -> die Lenkung ist gebrochen, das Lenkrad dreht funktionslos komplett durch. Ist aber auch echt hart, wie diese Kisten im Gelände rangenommen werden … gut für uns, dass es nicht 15 Minuten später bergab passiert ist! Ein Ersatzwagen wird per Funk bestellt u. kommt auch sehr zügig. Mit dem geht’s down-hill, über Stock wie Stein u. durch Flussläufe. Nach einigem Kreuz u. Quer stehen sie vor uns, Kerstins Lieblingstiere: die (3) Giraffen! Die sind erst erschrocken, dann aber neugierig u. kommen näher. Wir bauen den Klapptisch auf u. genießen Kaffee, Tee u. Keks vor einmaliger Kulisse. Die Elefanten aber bleiben versteckt … naja, zumindest die Kötel waren da. Wir haben keine Zeit mehr zu warten, müssen Richtung Kapstadt los. Bei der Abreise entdecken wir noch einen defekten Reifen, Radwechsel ist angesagt. Jetzt liegen 400 km vor uns: erst entlang der Küstenstraße, der Garden Route, dann im Landesinneren parallel zu mächtigen Gebirgsmassiven, die Dolomiten lassen grüßen. Beeindruckende Bilder – kurz vor Paarl säumen auch noch Paviane die Straße. Die aber wollen nicht nur spielen. Inzwischen sind diese gruppenweise so kultiviert, dass einige von ihnen auf dem Parkplatz ausgestiegene Fahrer von der Rückkehr zum Fahrzeug abhalten, während andere den PKW öffnen u. nach Essbaren durchsuchen. Demnächst vielleicht nach Wertgegenständen, Geld oder Kreditkarten. Was man auch häufig sieht, sind große Straußenfarmen – diese trotten gerne neugierig mit u. beobachten sehr genau mit ihren großen Augen. Afrikaans ist die gegenwärtigste Sprache in der Region, die holländischen Wurzeln sind unverkennbar -> auch bei vielen Städte- u. Straßennamen. Kerstin ist mit ihrem Plattdüütsch dicht dran u. versteht das eine oder andere. Insgesamt gibt es 11 offizielle südafrikanische Sprachen. Zurückversetzt nach Argentinien u. Chile sehen wir uns beim Anblick die vielen Townships, der Armenviertel. Meist entlang der Hauptrouten u. nicht selten in unmittelbarer Nähe zu hübschen Häusern u. tollen Villen. Diese sind entsprechend verbarrikadiert u. abgesichert. Es herrscht viel (schwarzer) Fußgängerverkehr auf den Hauptstraßen im Bereich der Townships – wedelnde Geldnoten signalisieren das Interesse am Mitfahren u. der Bereitschaft, sich an den Kosten zu beteiligen. Häufig sieht man sitzende Personen auf der Ladefläche von Lastern oder Pickups. Man ist unter sich, “Trennung liegt in der Luft”. Für uns etwas befremdend, für die meisten Beteiligten hier aber wohl normal, akzeptiert u. gelebt. Es gibt weiß, es gibt schwarz u. es gibt eine kleine Querschnittsmenge, das Bindeglied. Gut zu sehen ist, dass im Rahmen von Regierungsprogrammen viele improvisierte, schiefe Bretter- oder Wellblechhütten neuen Einheits-Betonhütten weichen. Der Umgang miteinander ist jedoch höflich, wenn meist auch distanziert. Häufig sieht man die Farbigen gut gelaunt, singend (manchmal auch tanzend) auf den Straßen, Plätzen u. am Strand. Der Umgang der Weißen untereinander – auch uns Fremden gegenüber – ist locker, hilfsbereit … fast schon kollegial. Abgesehen der Township-Bereiche, welche sehr groß sein können, meist auch sehr beengt u. dadurch strukturschwach sind, ist Südafrika gut organisiert u. beeindruckend sauber.

Einige erlebnisreiche Tage in der Natur u. in der Tierwelt liegen hinter uns, nun geht’s Richtung Atlantik in das Herz des südafrikanischen Weinbaus: Stellenbosch, Paarl u. Constantia. Wir freuen uns auf großen Namen der Branche u. das vielleicht noch eine oder andere Unbekannte …

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*Bilder: Tsitsikamma Nationalpark m. Hängebrücke u. Wasserfall (5), Yoga unter Beobachtung: Rock Dassie (2), Juraki Park (2), Klettertour, JJ’s Flaschen-Decke, unsere Hütte im Gondwana Reserve, Elefanten-Kötel vor der Tür, Treffen in der Wildnis: nicht alle haben Spaß, extrovertiertes Nashorn, Safari-Camp (2), Frühstück m. Giraffen, Felix m. Defender u. Queen Mum, Hüttenausblick (2), Straußenfarm, Man@Work, Ankunft in Paarl (3), Glockenschlag zum ersten Wellington-Tasting.

Australien “2”: Melbourne, New South Wales, Sydney & Wein (24. Okt. – 29. Okt.)

Kerstin findet gefallen:

am Linksverkehr, wie an der Automatik …

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Melbourne hat gut 4 Mio. Einwohner, ebenso wie Sydney. Macht zusammen 8 Mio. u. damit mehr ein Drittel ganz Australiens. Und Australien ist groß, das erleben wir aktuell: etwa 4000 km breit u. fast genauso lang. Die Australier finden wir cool, sogar den Polizisten, der mich einige Tage später aus dem Verkehr fischen soll: nette Typen, alle. Frauen sind in Australien (auch Neuseeland) gerne sportlich gekleidet, farbige Synthetik-Sportwear u. teure Laufschuhe -> häufig wird „so“ aber nur die Freundin zum Kaffee getroffen oder der Hund ausgeführt … OK, der Hund könnte ja weglaufen. In Melbourne besuchen wir das Nationalmuseum. Interessant ist vor allem die Geschichte der Aborigines, ihnen wurde – wie anderen Ureinwohnern auch – viel Unrecht getan. Im Großen Krieg (1. WK) mussten sie darum kämpfen, kämpfen zu dürfen. Haben sich dann aber (u. a. in Gallipoli) als sehr tapfere Soldaten erwiesen, auch wenn kaum einer zurückkehrte. Zurück in die Neuzeit: danach geht’s entlang der Flusspromenade des Yarra’s – vorbei an dem architektonisch interessanten Federation Square – in den 88. Stock des Eureka-Towers, dort bekommen wir den Überblick … zumindest über Melbourne. Nach einem kurzen Abstecher mit der historischen Tram in die Docklands starten wir ins 250 km nördlich gelegene Beechworth. Dort entdecken wir jedoch erst bei Sonnenaufgang den Charme des kleinen Goldgräber-Städtchens. Und selten ist: man trifft fast nur Einheimische.

Aber es gibt auch Wein hier: los geht’s: wir fahren zur Pennyweight Winery, ein kleiner Familienbetrieb mit Bio-Weinen. Eilzabeth, die Senior-Winzerdame betreut uns, führt durchs Tasting u. zeigt uns auch noch die Produktion. Alles sehr urig u. einfach, aber durchdacht! Elizabeth hat noch einige wenige 2005er Cabernet Sauvignons u. tritt eine davon ab: der Tag fängt gut an! Ihre klare Ansage lautet „Dekandieren“, sie sollte Recht behalten, der Wein hat gut Depot = Weinstein, welcher separiert werden sollte. Eine weitere Besonderheit ist die Nutzung von Naturkork, das ist sehr selten in Australien u. Neuseeland. Früh stelle man die Produktion auf Schraubverschluss um, perfektionierte diesen u. schwört darauf. Auch Top-Weine haben meist den Schraubverschluss, da inzwischen entsprechende Alterungs-Erfahrungen vorliegen. Das gilt für Weiß- u. Rotweine, lediglich der Schaumwein wird verkorkt. Beindruckend zu sehen, ist auch das Holzfasslager von Pennyweight auf Naturboden: meist Barrique-Fässer (Eichenfässer mit 225 Liter Kapazität), neu u. gebraucht.

Am Rande: der „Holzausbau“ hat maßgeblich Einfluss auf den Wein. Reifezeit, neue oder gebrauchte Fässer, französische, amerikanische oder osteuropäische Eiche, mehr oder weniger geflammte Fassinnenhölzer, das alles zeigt sich im Wein wieder. Weltweit stehen französische Faßmacher mit Barriques aus deren heimischer Eiche hoch im Kurs. Der Holzfasseinsatz ist einer der vielen Möglichkeiten, die dem ambitionierten Winzer zur Verfügung stehen. Im Übrigen werden nicht nur Rotweine in Barrique ausgebaut bevor sie auf die Flasche kommen. Und: Australien ist ein weltweit wichtiger Weinplayer, rangiert auf Platz 5* (Produktionsmenge) direkt nach USA, vor Chile u. Argentinien. Gut für den deutschen Weinliebhaber: wir lieben die Vielfalt, zudem trinken wir weit mehr als in Deutschland hergestellt wird. *Dazwischen dürfte noch China angesiedelt sein, ist im globalen Weingeschäft (aktuell) jedoch weniger vertreten.

Anschließend besuchen wir noch die Amulet Winery, Quick-Tasting einiger (nicht uninteressanter) „Italiener“ wie Sangiovese (Chianti, Toskana) und Nebbiolo (Ursprung Piemont, z. B. Barolo). Wir entscheiden uns auf dem Weg Richtung Sydney für einen Abstecher nach Canberra. C. ist eine sehr junge Stadt, die nur 8 größte des Landes u. dennoch Hauptstadt Australiens (!) -> Hintergrund: Sydney u. Melbourne haben um den Hauptstadtstatus gestritten, Canberra entstand als Kompromiss geografisch zwischen beiden Städten. Wäre, als wenn wir in Deutschland Wittstock (Berlin <-> Hamburg) zur Hauptstadt machen würden. Canberra ist super aufgeräumt u. sauber, könnte die kleine Ausgabe von Washington sein. Da wir noch Strecke zu machen haben, starten wir am Nachmittag, besuchen aber auf dem Weg noch die Lake George Winery. Dort geht’s schnell, das Personal schien unter Druck … die Weine bleiben nicht wirklich in Erinnerung. Aber wir geben der Nachbarschaft eine Chance: Lerida Estate. Wir kommen ins Gespräch mit der Chefin. Ihr Mann arbeitete für Boston Consulting, kaufte dann das Weingut. Er ist Berater geblieben, hat die Ideen u. schmiedet Pläne … sie führt sie aus u. arbeitet 7 Tage die Woche. Das aber lohnt sich, insbesondere der weiße Chardonnay-Blend Armena bringt Spaß u. darf dafür auch mit. Die nächste längere Fahrt steht an: Newcastle an der Ostküste Australiens. Hier liegt auch die bekannte Weinregion Hunters Valley im Hinterland. Morgens noch einen Abstecher zum Strand (Shark-Area), die Sonne scheint u. die Surfer versuchen sich beim Wellenritt. Einmal mehr ist die Zeit zu kurz, wir fahren – nach kurzem Polizei-Intermezzo – ins Hunters Valley u. besuchen das Familienweingut Sandalyn-Wilderness. Das Winzerehepaar ist im Rentenalter u. sucht einen Nachfolger. Die Lage auf dem Hügel ist schön, der Wein ansprechend u. ein 2007er Sangiovese mit Reifenote geht mit. Das Weingut aber bleibt … in ihren Händen! Wir fahren anschließend zum Calais Estate, die Tasting Room Managerin hat alle Zeit der Welt, draußen hat inzwischen auch ein Unwetter eingesetzt. Wir probieren Chardonnay, Shiraz, Pinot Noir u. Blends: weitgehend mit Freude trinkbar, der eine oder andere könnte durch etwas mehr Reife gewinnen. Und wieder ist die Welt klein: ihre Tochter ist Winzerin, lebt mit ihrem englischen Mann (ebenfalls Winzer) in Frankreich u. arbeitet auf einem Bordeaux Chateau … jetzt kommt’s: ihr Ausbildungsweg führte sie auch nach Deutschland -> zum VDP (= deutsche Wein-Elite) Weingut Wittmann in Westhofen in Rheinhessen, dort ging ich einige Jahre zur Schule, kenne zudem Wittmann u. seine Weine.

Am Folgetag stehen die Blue Mountains auf den Plan, westlich von Sydney gelegen. Wir wandern viel, steigen unaufhörlich Treppen auf & ab, sehen den Wentworth Wasserfall, The Three Sisters u. Buschtäler soweit das Auge reicht -> ja, es war den Muskelkater des Folgetags wert! Den Tag danach gibt’s Lockerungsübungen beim Stadtgang in Sydney, dort sind wir inzwischen angekommen. Und zwar mitten drin -> der Hotelparkplatz war überfüllt u. wir mussten auf ein „Parkhaus“ in der Nähe ausweichen. Das bestand aus einem Tunnelsystem unter der Stadt: dunkel, schmutzig u. sehr eng. Dann ging‘s nicht mehr weiter, der Tunnel war verstopft. Angestellte kamen u. verlangten nach dem Autoschlüssel: Underground-Valet-Parking! Es gab kein zurück, übererdig ja auch keine Alternative … mit mulmigen Gefühl übergaben wir den Schlüssel, fürs Lesen der Mietwagen-Policy blieb keine Zeit. Aber die Zweifel schwanden, wir erkunden Sydney Downtown im Stechschritt, sehen die u. a. die Oper, erkunden den botanischen Garten u. überqueren die Harbour-Bridge. Am Abend geht’s noch ins historische Rocks-Viertel, das sollte in den Siebzigern weiteren Wolkenkratzern weichen … die Bauarbeiter-Gewerkschaft jedoch weigerte sich die Gebäude abzureißen u. so stehen sie noch heute. Respekt! Am späteren Abend sehen wir noch die Oper bei Vollmond, das ist ein Abschied.

Wir sagen Australien see you later, das ist hier das „Tschüss“, auch wenn’s kein later gibt. Wir werden sie vermissen, die Aussies mit ihrem here we go. Freuen uns aber auch auf die letzte große Station der Reise: Südafrika. Die müssen sich aber echt ins Zeug legen, das Rennen ist noch immer offen. Ohne Frage hat Südafrika das Potential zu überzeugen: die Garden Route, Kapstadt, große, wilde Tier u. Weine von Weltformat. We will see …

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*Bilder: Nostalgie in Beechworth, Town-Hall in Paaramata, Hauptstadt Canberra, Strand von Newcastle, Calais Estates in Hunters Valley, Chefin von Lerida Estates … beraten v. “Boston Consulting”, Blüten-Check: deutlich weiter als in Neuseeland, Trecker-Arbeit, Elizabeth v. Pennyweight, Barrique-Fässer aus Frankreich, Tasting: da geht er hin, der (häufig) gute Stoff, Blue Mountains National Park (5): Three Sisters, Busch-Blick, die Chinesen kopieren nicht nur … sie werden auch kopiert, urige Bäume, Buschpfad m. 900+ Stufen, Stadtplan: “Englisch” hilft nicht immer weiter, bei Dan Murphys: Dr. Loosen (Mosel-Weingut) ist überall, Melbourne (3): Federation Squaire, Eureka-Tower, Blick aus dem 88., Sydney (8): Steg-Eigentumswohnung m. Bootsparkplatz, Botanischer Garten, Fährhafen, Harbour-Bridge, Oberfläche der Oper = Kacheln (!), Oper bei Tag + bei Nacht, Sydney aus dem Jumbojet.

Australien: Südaustralien, Victoria & Wein (15. Okt. – 23. Okt.)

Don’t drink and drive …

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Mit Aufenthalt in Sydney fliegen wir nach Adelaide in Südaustralien. Beim Stop-Over in Sydney wird’s etwas hektisch: u. a wird Kerstin‘s Pass extra gescheckt, das aber scheint bei deutschen Pässen nicht ungewöhnlich zu sein. Dem 3,5 Std.-Flug folgt ein 2 Std. Inlandsflug. Beides mit Quantas, der australischen Airline mit Känguru auf dem Flieger. Das nahm der Pilot auch sehr ernst: zunächst kamen wir in Christchurch nicht nach oben, dann sind wir in Sydney im Känguru-Stil gelandet. In Christchurch hatten wir knapp 20 Grad, in Adelaide erwarteten uns 38 Grad. Auch ändert sich erneut die Uhrzeit. Der Australier (Aussie) ist dem Neuseeländer ähnlich … oder umgekehrt, vielleicht etwas hemdsärmeliger: sehr unkompliziert, geduldig ist super hilfsbereit! Es zeigt sich einmal mehr, ob in Kanada, USA, Neuseeland oder hier in down-under, dass kleine Gesten, wie ein kurzes Hi, ein respektierendes Nicken oder flüchtiges Lächeln schnell Atmosphäre schaffen u. für eine angenehme Stimmung sorgen. Tiefgründig oder nicht: es tut gut!

Nach kurzem Einchecken geht’s rein nach Adelaide, schnurstracks zur National Wine Academy. Ein modernes Gebäude mit beeindruckendem Weinkeller und 120 offenen Weinen zum Verkosten. Nach einem kleinen Querschnitt gibt’s im Garten nebenan noch die ersten Papageien zu sehen. Adelaide ist eher unspektakulär, hipp aber ist die Strandpromenade unweit des Hotels, da ist man bis spät in die Nacht auf den Beinen. Am Folgetag besuchen wir zunächst die naheliegende Weinregion Adelaide Hills, dort gibt’s – der kühleren Umgebung wegen – die uns bekannten Coole Climate Weine Riesling, Gewürztraminer, Sauvignon Blanc u. Pinot Noirs. Das gilt auch für benachbarten Clare- u. Eden Valley. In Adelaide Hills besuchen wir eines der Aushängeschilder des australischen Weins: Penfolds. Wir haben Glück u. erwischen den kurzen Slot im Jahr, der – da die Tage zuvor die neuen Jahrgänge veröffentlicht wurden – alle Penfolds Weine im Tasting zugängig macht: woowww! Wir nutzen die Gelegenheit, probieren die div. BINs (Penfolds-Weine) u. am Ende den vielleicht bekanntesten australischen Wein: den Grange. Dieser steht mit 780,00 australischen Dollar auf der Liste … da hat man nicht nur vorm Tropfen im Glas Respekt. Penfolds spricht vom Besitz der ältesten Shiraz-Reben in Australien, über 150 Jahre alt! Wir besuchen das Örtchen Hahndorf, gegründet von deutschen Protestanten. Das Deutschtum wird kommerziell hochgehalten, auch wenn die Bratwurst mehr dem Hotdog ähnelt. Überhaupt treffen wir in den Ländern auf große Anerkennung ggü. Deutschland u. den Deutschen, zum Glück hat sich zum Thema German Engineering der Flughafen in Berlin oder die Elbphilharmonie noch nicht bis hierhin rumgesprochen. Sehr präsent ist die aktuelle Haltung Deutschlands zur Flüchtlingsfrage, auch hier häufig Bewunderung im Umgang mit der Situation. Viele sind interessiert u. gut informiert zu diesem – nicht einfachen – Thema. Nach kurzem Abstecher zur Hahndorf Hills Winery starten wir ins berühmte Barossa Valley. Hier ist es heiß, die Hügel u. Täler erinnern an mein Rheinhessen, denkt man sich die Palmen weg. Barossa ist bekannt für seinen Rotwein, allen voran der Shiraz. So nennt sich der Wein, wenn fruchtig, körperbetont und i. d. R. alkoholstark ist. Der Syrah ist die gleiche Traube, der Stil jedoch etwas schlanker u. feiner. Hier steht die französische Rhone-Region Pate.

Wir übernachten erstmals in einer Cabin auf dem Campingplatz u. sind begeistert: sehr großzügig u. modern. Den Tag darauf sind wir kurz bei Penfolds, diesmal auf dem Gut in Barossa -> kurzes Tasting der Weißweine u. weiter geht’s. Wir kommen zufällig an einer kleineren, unscheinbaren Winery vorbei: Herritage. Hier sind wir alleine, kommen mit dem passionierten Winzer Steve nett ins Gespräch. Er ist einer von denen, die viel über das aktuelle Europa wissen u. sich gerne darüber austauschen. Er hat nur 4 Weine plus einen Port. Die 4 Weine sind prima, wenn auch die Ausstattung (= Aufmachung) Room for Improvement bietet. Aber es kommt ja bekanntermaßen auf den Inhalt an u. der gefällt: Shiraz, Cabernet S., u. ein Cuvee. Der vierte im Bunde ist ein trockener Semillon, eine französische Weißweintraube, die im Bordeaux weltbekannte edelsüße Weißweine hervor bringt. Die Weine zeigen eine schöne Balance u. Harmonie, sicher trägt auch die nette Stimmung – wie beim Wein nicht selten – zum Sonderpunkt bei -> der Semillon wandert in den Kofferraum, ebenso das Olivenöl. Leider ist Herritage für den Export zu klein … das wäre etwas fürs Wein-Trüffelschwein. Herritage vs. Penfolds, das steht für die Struktur des australischen Weingeschäfts, beides gehört dazu. Im Anschluss besuchen wir noch – entlang einer langen Palmenallee – Seppelfield, bekannt für seine Portweine, welchen auch unser Interesse gilt. Schon spannend, dass die verschiedenen Portweinstile unterschiedlichste Aromen- und Geschmacksvarianten hervorbringen. Der Alkoholgehalt liegt bei knapp 20% -> vereinfacht: der Wein wird in der Gärung gestoppt, dadurch verbleibt ein Teil des Zuckers = Süße, dann wird Destillat (Alkohol) zugeführt.

Den Tag danach starten wir in den Süden nach McLaren Valley, einer weiteren australischen Weingröße. Auch hier ist es heiß, verbunden jedoch mit den Meeresbrisen des nahegelegenen Pazifiks. Wir starten bei Rosemount Estate. Der Plausch ist nett, die Weine interessant: auch hier der Shiraz vollmundig. Eine kleine Kellerrunde noch, zum Abschluss gibt‘s – neben dem Cabernet Sauvignon – noch ein Rosemount-Cap, nach 2 Sonnenbränden ist Vorsicht angesagt. Wir fahren zu D’Arenberg, aufgrund der Mittagszeit u. des bekannten Restaurants auf dem Hügel sind wir hier nicht alleine. Im Tasting-Room nimmt sich (in aller Ruhe) Jane unserer an u. findet Gefallen an unserer Reise. Wir verkosten div. Weine, besonders gefällt ein Special, abgefüllt für ein Award-Event: ein 2008er Riesling. Ein sehr interessanter Wein, die für einen gereiften Riesling typischen Petrol-Noten sind unverkennbar. Ich darf eine Flasche davon haben. Wir entschließen uns noch für die Kay-Brothers. Der Tasting-Room ist wegen Umbaus in der Weinhalle improvisiert, hat aber Stil. Wir treffen auf Ruth, sehr nett, lustig u. kommunikativ. Sie versprach uns, dass wir schon bald Kängurus zu sehen bekommen … sie sollte Recht behalten! Danach fahren wir noch einige Stunden südwärts Richtung Robe am Pazifik, die nächste Cabin. In den Abendstunden sehen wir die ersten springenden Kängurus, groß wie klein hüpft im Sonnenuntergang davon. Aber man sieht auch viele „schlafende“ Kängurus entlang der Straßen. Kängurus sind einzeln betrachtet niedlich, in Massen für den Farmer jedoch ein echtes Problem … der Australier ist zwiegespalten.

Vom Pazifik geht’s am nächsten Morgen ins Landesinnere, ins Buschland. Dort liegt das bekannte Coonawarra, hier kommt Australiens bester Cabernet Sauvignon her, sagt man. Wir starten im Brands Laira Weingut, besonders der Cabernet Sauvignon fällt ins Auge u. auch in den Eingangskorb > dieser muss sich später noch dem Cabernet von Rosemount aus dem McLaren Valley stellen, spannend! Wir besichtigen einen alten, unberührten Keller: staubig, voller Spinnen u. vor allem alter Weinschätze. Wir dürfen alleine stöbern und finden u. a. Weine unseres Alters, Respekt! Von da geht’s zu Wynns, der ältesten Winery in Coonewarra: gute Shiraz u. Cabernet S.-Shiraz-Blends. Anschließend besuchen wir noch Balnaves, ein kleines Familienunternehmen -> Kerstin greift zunehmend ins Geschehen ein u. revidiert meine Wahl, folgt dem Tipp der englischen Dame aus Cambridge u. nimmt einen Rose mit auf den Weg. Sehr schön auch der Rosengarten von Balnaves, hier kann man mit dem gekauften Wein verweilen … leider fehlt die Zeit. Apropos Rosen & Wein: der genaue Beobachter sieht hier u. da Rosenstöcke am Anfang der Rebenzeile -> Hintergrund: die Rosen dienen als Frühwarnsystem für Mehltau. Zeigen sich Symptome an der Rose, kann der Weinstock noch behandelt werden. Und es sieht nebenbei noch schön aus. Der weitere Weg führt uns nach Mt. Gambier zum Blue Lake, einem Vulkansee mit blauem Wasser. Am Morgen besichtigen wir noch die Engelbrecht Grove, ein Höhlen- und Seensystem unter der Stadt – hierher kommen Höhlentaucher aus aller Welt. Danach fahren wir Richtung Süden, zurück zum Pazifik. Dort haben wir eine nette B&B Unterkunft im lauschigen Landhaus bei Ann u. Adrian. Beide sind Anfang des Jahres ihrem Berufs- u. Stadtleben in Melbourne entflohen u. betreiben gemeinsam die Pension mit großem Grundstück. Wir verlängern um eine weitere Nacht, die Stimmung ist gut, wir schalten einen Gang zurück u. sortieren uns neu. Von hier führt uns der Weg entlang der Great Ocean Road nach Melbourne. Und der Name ist Programm: der Bundesstaat Victoria bietet eine atemberaubende Küste u. punktet enorm für Australien -> die Bilder im Nachspann zeigen leider nur einen kl. Ausschnitt. Abseits der Route gibt’s zur Abwechslung mal ein Schokoladen- u. Cheese-Tasting. Auch gut! Ich erinnere mich an die Worte von George in Kalifornien: wer es im Leben gut haben möchte, spart nicht an der Frau.

Vieles ist interessant zu beobachten, so auch das Auftreten der chinesischen Kollegen, insbesondere in Gruppen: hektisch, lautstark u. unter Ellbogeneinsatz werden die Küstensehenswürdigkeiten erobert. Sodann wird quadratzentimeterweise fotografiert … Nachbau nicht ausgeschlossen. Auf dem Weg nach Melbourne machen wir einen Abstecher zum Cape Otway u. dem Lighthouse. Auf dem Weg durch die Eukalyptuswälder sehen wir die ersten Koalas, echt putzig, Klein-Koala auf dem Rücken. Das Bewegen geht in Zeitlupe, das Fressen der Blätter etwas schneller. Absterbende Waldgebiete sind Zeugen dafür, dass auch der vermeintliche Erfinder der Langsamkeit die Welt verändern u. zum Problem werden kann. Ein Reifenquietschen, wildes Türschlagen, lautstarkes Palaver u. erschrockene Koalas: der Chinese ist da. Kurz vor Melbourne sehen wir entlang der Küstenstraße noch Pelikane, bunte Papageien u. weiße Kakadus. Die Great Ocean Road zählt zu einer der schönsten Küstenrouten der Welt: wir widersprechen nicht! Melbourne erreichen wir in der Dunkelheit.

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*Bilder: Great Ocean Road (11), Fressender Koala + Ergebnis (2), Känguru + Buschheimat (2), Kakadus, australischer Wald, Blue Lake, alte Reben, “Bahnhof” in Coonewarra, 1966er Wein: man beachte den Weinverlust “Angels Share”, Original Wine-Cellar v. Brands Laira, Jana u. Kerstin bei D’Arenberg, Kunst im Weinberg, Wein & Rosen, Palmen-Allee in Barossa, Steven bei Herritage, Penfolds m. Tasting-Room (2), Missverständnis in Sachen “deutsche Tradition”.

Neuseeland, Südinsel & Wein (09. Okt. – 15. Okt.)

Diane … eine Lady, die beeindruckte:

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Mit der Fähre sind wir 4 Std. unterwegs, der Naturfilm geht weiter: wir schippern durch grünschattiertes Wasser u. sehen leuchtend, moosfarbene Fjorde. In Picton gibt’s einen neuen Wagen, diesmal nagelneu. Wir fahren direkt ins Zentrum des neuseeländischen Weinbaus: Marlborough. Auf dem Weg kommen wir an einem Schild Johannishof vorbei, sounds German … also U-Turn und hin zum Johannishof. Diesen betreibt Warwick mit seiner deutschen Geschäftspartnerin Edel Everling, aus Rüdesheim – beide haben in Geisenheim im Rheingau Weinbau studiert. Wir plauschen u. verkosten in familiärer Atmosphäre nebenbei seine Weißweine: „handgedrehter“ Chardonnay-Sekt, Pinot Gris = Grauburgunder, Gewürztraminer u. feinherber Riesling. Warwick’s Frau Rachel zeigt uns noch den von Minenarbeitern in den Fels gesprengten Weinkeller, den ersten seiner Art in Marlborough … darüber der Weinberg. Trotz der Kerzen ist es dunkel, kühl u. nass, ein etwas gespenstiger Kellergang. Hier reifen die Schaumweinflaschen u. werden in den Rüttelpulten handgedreht. Die Weine gefallen, der authentische, passionierte Auftritt ebenso.

Guter Dinge fahren wir weiter nach Blenheim inmitten von Marlborough. Dort haben wir eine nette B&B Unterkunft in direkter Nachbarschaft großer Weinnamen, unsere Landlady Diana ist eine liebenswerte alte Dame, die trotz ihrer Gehbehinderung eine beneidenswerte, positive Ausstrahlung hat u. sich auch nichts abnehmen lässt. Das Haus aber steht zum Verkauf. Auf Rädern geht’s auf Erkundungstour, schön Helmchen auf, das ist hier Pflicht. Vielleicht ist der eine oder andere ja nach der Weinprobe schon vom Rad gefallen. In Marlborough sieht man Weinberge soweit das Auge reicht, umrahmt von massiven Gebirgszügen. Ausnahmslos sind die Weinberge (Vineyards) in einem supergepflegten Zustand, ob kleine Family Winery oder großes Wine Estate.

Am Abend sind wir bei Hans Herzog, er entstammt einer Schweizer Winzerfamilie u. betreibt hier seit vielen Jahren erfolgreich seinen eigenen Weinbau. Klasse ist der 2005er Spirit of Marlborough, ein French-Style-Blend. Am Morgen besuchen wir das Aviation Center in der Nähe, ein sehr modernes Museum zum Thema Fliegerei im Großen Krieg = 1. Weltkrieg. Als wir ankamen, startete gerade ein Fokker Dreidecker, den (ähnlich) auch der Rote Baron Manfred v. Richthofen geflogen hat. Er wird – obwohl Feind – in der Ausstellung sehr geehrt. Auch Gallipoli wird (wie im Museum in Wellington) ausgiebig behandelt, dort wurde im Bereich der heutigen Türkei ein neuseeländisches Korps fast vollständig aufgerieben – das war vor 100 Jahren. Von da geht es zu Wither Hills, ein eindrucksvoller Millionenbau, der auch von den Royals schon besucht wurde. Der Tasting-Guide ist Ravinder, ein indischer Sikh -> viele junge Weinstudierende sind auf Welttour, ob Francois bei Hans Herzog oder die nette Italienerin bei Schubert. Einer der Pinot Noirs ist ansprechend, ebenso der Sauvignon Blanc, der für als Präsent für Diana mitgeht. Interessant, wie die Lagen sich auf den Wein auswirken – hier am Bsp. Pinot Noir = Spätburgunder, beide aus Marlborough. Am kommenden Tag geht’s zu Giessen, 3 deutschen Brüdern aus der Pfalz. Das Tasting ist etwas hektisch, da hier einige Leute ein- u. ausgehen. Der Sauvignon Blanc ist Marlborough-typisch, ebenso gefallen der Pinot Noir u. Pinot Gris. On Top gibt’s eine super leckere „Schlacht-Platte“, nur der Saumagen fehlt. Da die renommierte Cloudy Bay Winery schon geschlossen hat, besuchen wir einen der Marlborough-Pioniere: Allan Scott. Last Minute, quick Tasting -> der Pinot N. ist im Sack. Auf dem Weg nach Nelson geht’s am Folgetag noch zum Weinmuseum in Blenheim u. zu Cloudy Bay, einem der Namen in Neuseeland. Wir sind zu Anfang alleine u. genießen die volle Aufmerksamkeit, die div. Sauvignon Blanc Linien u. (Kerstin) auch den Garten.

Die nächste Bergtour steht an, Kerstin inzwischen weit ruhiger, greift nur noch in Risikosituationen, z. B. falsche Spur ein … das aber massiv u. lautstark! Auf dem Weg sehen wir einen ca. 1km langen Weidezaun mit aufgetragenen Schuhen: Pilgerstätte der Backpacker? Am Abend erklimmen wir noch den Nelson Hill u. stehen in der Mitte Neuseelands. Morgens starten wir früh in den Abel Tasman Nationalpark, verfahren uns dank GPS u. verpassen das Wassertaxi, das nur einmal täglich fährt. Gefrustet muss die Neudorf Winery dran glauben, gekauft wird nur ein Buch. Danach aber gibt ein nettes Tasting von Organic Wines bei Te Mania Auf dem Weg zurück besuchen wir den Rabbit-Island, toller Strand. Den Tag danach starten wir einen 2. Versuch nach Alben Tasman, wir bekommen das Wassertaxi u. erleben einen tollen Wandertag im Nationalpark: entlang der atemberaubenden Küste u. über Hängebrücken, unter denen Delfine (oder waren’s doch springende Robben) spielen. Gegen Abend geht’s noch gut 250km nach Westport am Tasmanischen Meer … und das ist über die Berge gefühlt sehr weit. Dafür gibt’s dank Jan, unserer Landlady nebenan noch ein leckeres Steak auf heißem Stein. Mit Jan (Engländerin) u. Ian (Schotte) haben wir wieder sehr aufgeschlossene B&B Vermieter, ihre Kinder leben in Australien. Das ist wohl ein generelles Problem der Südinsel, das Geld bleibt mehr auf der Nordinsel u. von der schönen Natur allein kann man nicht leben. Das erklärt auch, warum viele Häuser FOR SALE sind. Auf dem Weg von der West- zur Ostküste fahren wir noch entlang der Tasman-Coast zu den Pancake Rocks: unglaubliche Felsformationen, das unruhige Meer verfängt sich spritzt bis ganz oben. Wir entdecken Robben u. auch Kiwis, das aber ist leider ein Irrtum: die tun zwar wichtig u. können auch nicht fliegen, halten aber dem zweiten Blick nicht Stand. Schade! Von da geht’s einige Stunden über den Arthur’s Pass vom Tasman Sea zum Pazifik nach Christchurch. Nach kurzer Nachtfahrt durch Christchurch haben wir noch ein paar Stunden im Hotel. Um 03.30 geht der Wecker, down-under ruft.

Im Übrigen hat’s die Südinsel geschafft, die Nordinsel noch zu schlagen … in der Kombination aber ist Neuseeland (bislang) einmalig. SORRY Hawaii!

„Men-Special“, Cars in Neuseeland + Australien: Man(n) fährt viel Pick-Up, hier u. da auch VW’s Amarok. Beherrscht wird der Markt – neben der GM-Marke Holden (u. a. ein cooler, schlanker, tiefer 2-Sitzer Pick-Up mit V8 Motor) – stark von den Asiaten: Toyota, Nissan, Mazda u. Hyundai. Zu Zeiten meiner VW- Group Zuständigkeit habe ich mich häufig gefragt, wie Toyota weltweit # 1 sein kann (?) … in all den Ländern unserer bisherigen Reise gab’s die Antwort. Nur in Argentinien hatten wir einen Fiat -> und den mussten wir anschieben.

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*Bilder: Eindrücke v. Tasman Sea, Pazifik, Abel Tasman NP u. Arthur’s Pass (10), Interessantes Reben-Erziehungssystem, auch gesehen: Orangen & Zitronen, Kerstin auf dem geograf. Mittelpunkt Neuseelands, Hans Herzog Winery, Cloudy Bay Tasting Room, Ravinder: Sikh + Weinliebhaber, Museums-Sonderthema, hier sorgt der Mann noch selbst fürs Abendessen, Hängebrücke im Abel Tasman NP, allgegenwärtiges Farnblatt, Kerstins Thema: Upcycling aus Weinfassholz, moderne Stahltankanlage, Wither Hills Estate, Warwick v. Johannishof, Fokker kurz vorm Start, Schuh-Meile, Frühjahrslämmer, “führender Burger” des begleitenden Burger-Landescontests -> 100% Beef, kein Lamm!!!

Tipp, nicht nur für Burger-Interessierte: Bilder lassen sich durch Doppelklick vergrößern.

Neuseeland, Nordinsel & Wein (03. Okt. – 09. Okt.)

Hier gibt’s nicht nur schwarze Schafe

… und man beachte die Wasserfarbe:

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Neuseeland, Nordinsel & Wein (03. Okt. – 09. Okt.)

Wir landen nach 13,5 Std. überm Pazifik in Auckland, Neuseeland, nachts um 04.00 Uhr, die Zeitverschiebung beträgt diesmal 16 Std., Körper u. Geist bekommen das zu spüren. Es geht kurz ins Flughafenhotel, dann startet die Reise bei den Kiwis. Der Name kommt im Übrigen nicht von der Frucht, vielmehr stand der Vogel Pate. Der passt prima zu den Neuseeländern: sie lieben ihr Land u. wollen nicht weg, der Kiwi kann eh nicht fliegen – zudem sieht er etwas ulkig aus -> der Neuseeländer kann auch gut (und gerne) über sich selbst lachen. Neuseeland steht derzeit Kopf: ihr Rugby Team All Blacks spielt derzeit in London als Titelverteidiger um die Weltmeisterschaft … hierzu werden wir von Florian aus den Pubs in London quasi live informiert u. können hier vor Ort mitreden.

Jetzt aber volle Konzentration: wir sitzen rechts u. fahren links! Nachdem wir uns Auckland angeschaut haben, geht’s über die Berge zur Ostküste … für Kerstin (linkssitzend) ein Höllentrip: endlose, z. T. ungesicherte Serpentinenstraßen, Kerstin immer am Abgrund. Permanent versucht sie zu bremsen, div. Aufschreie machen das Radioprogramm hinfällig. Wir beschließen, ihr im nächsten Spielzeugladen ein eigenes Lenkrad zu kaufen. Bin gespannt, was Avis zum Fußabdruck Größe 38 im Bodenblech sagen wird?! Wir fangen an die Liste von Karoline, Antje u. Frank in wichtigen Punkten abzuarbeiten, los geht’s mit dem Hot Water Beach u. der Cathetral Cove. Die Natur ist atemberaubend: ein bisschen Irland, Cornwall, Schottland, eine Brise Norwegen plus ein Schuss Österreich und ja, streckenweise Colorado. Der Neuseeländer ist eine Mischung aus Engländer = freundlich, höflich und Amerikaner = locker, unkompliziert, hier hat man Spaß! Es gibt auch nur 4,5 Mio. Neuseeländer, 3,5 davon leben auf der Nordinsel. Die meisten Orte sind in maorischer Sprache, das ist ähnlich anders u. unaussprechlich wie friesisch. Die Maoris haben polynesische Züge u. erinnern an Hawaiianer.

Der westliche Kulturkreis hat uns wieder … auch das Navi ist zurück im Spiel u. macht seinen Job. Nach dem Begrüßungsregen in der Ankunftsnacht ist es warm, soll aber noch wärmer werden. Die Mission ruft: wir besuchen noch an Tag 1 die erste Winery: die bekannte Villa Maria in Auckland. Der Sauvignon Blanc ist arttypisch rassig, zeigt Gras- u. Kräuternoten: ist gekauft. Die Trauben kommen weitgehend aus dem Süden: Hawks Bay, Martinborough u. Marlborough -> heißt für uns: hin zu den Weinbergen …

Wir fahren nach Tauranga, einer kleinen Stadt am Pazifik. Ankunft am späteren Abend bei David u. Tatjana (Russin) in ihrem High-Tech-Haus. Nach einem leckererem English-Breakfast am Morgen laufen wir noch zu Fuß um den Maunganui Hill, dann ruft die Arbeit: Mills Reef Winery. Wir sind (mal wieder) alleine u. treffen dort auf Andrew, den Sales Manager. Andrew’s Eltern kommen aus Plön, daher spricht Drew deutsch.

Wir wählen einen Zwischenstopp am Lake Taupo, einem See der Größe Singapurs. Das Wasser hat eine tolle, grünschimmernde Farbe u. ist sehr klar. Die B&B Unterkunft von Andy (Kiwi born) & Leanne (Engländerin, in Simbabwe aufgewachsen) ist sehr nett, liegt auf dem Hügel mit Blick auf den See u. schneebedeckte Berge. Wir bekommen ihre Räder, starten eine kleine Tour zum See u. verfahren uns in der Dunkelheit prompt. Kommenden Morgen machen wir eine Bootstour auf dem See, hin zu Maori-Kultstätten. Leider haben wir keinen Tag über u. müssen danach weiter. Nächste Station sind die Huka Falls: der Fluss wird so eingeengt, dass das Wasser mit irrem Druck über den Vorsprung schießt: 200.000 Liter pro Sekunde! Mit ähnlichen Druck geht’s für uns – erneut über die Berge – nach Napier an der Ost-Pazifikküste: ein weiterer Fußabdruck in Größe 38. Napier, in den Dreißigern durch ein Erdbeben zerstört, danach im Art-Deko-Stil neu aufgebaut.

Wir sind erneut überwältigt von der Natur: verschiedengrüne Hügel & Täler, Schluchten, Wasserfälle, bunte Pflanzen, urige Bäume u. einmalige Küstenstreifen. Das alles lenkt natürlich nicht vom Kernthema ab: richtig, der Wein. Wir besuchen das Weingut Church-Road, tolles Upcycling-Gebäude, für mich durchschnittlicher Wein. Hawks Bay ist die wärmste neuseeländische Weinregion, daher findet man hier auch viel sonnenverliebte Rotweine wie Cabernet S., Syrah oder Merlot. Wir besuchen die kleinere Brookfields Winery: kleine Mengen, die aber in Top-Restaurants, z. B. in London anzutreffen sind. Hier die Daumen hoch, besonders der Syrah u. die Bordeaux-Stil-Blends (rechts u. links der Gironde) bringen Spaß. Wir packen noch die Mission Winery mit rein: gut so. Die alte Missions-Anlage ist die älteste Winery Neuseelands, man hat vom Erdbeben bis hin zu Brand schon alles mitgemacht. Neben dem einen oder anderen Wein auch interessant: das Weingut gehört der katholischen Kirche, der CEO ist quasi der Papst! Und: im Garten treffen wir Andrew von Mills Reef wieder, ist die Welt nicht klein? Hawks-Bay ist damit abgehakt, es geht nach Martinborough. Einen kurzen Abstecher noch zum Cape Kidnappers, hier stürzen sich im Dezember die Tölpel von den Klippen. Im Dunkeln u. bei Sturm finden wir unser Cottage in Martinbrough … am nächsten Morgen aber entdecken wir, wie nett es hier ist. Viel zu schade für eine kurze Nacht. Am Morgen fahren wir zur Schubert Winery: die Schuberts sind in den Neunzigern ausgewandert. Eine junge Italienerin, zuständig für Marketing u. Verkauf steht Rede & Antwort. Das Tasting ist kurzweilig, der Sauvignon Blanc typisch, der Chardonanny (in Eiche ausgebaut = oaked) füllig u. schmelzig. Besonders gefällt der gereifte Bordeaux Verschnitt, der geht am Ende auch mit. Zum Schluss noch eine kurze Stippvisite bei Martinborough Vineyards, hier steht der Pinot Noir im Fokus. Da es in dieser Region schon etwas kühler ist, sind neben Pinot Noir die Sauvignon Blanc Weine vordergründig. Wie für Chile u. Argentinien gilt auch hier, im Süden wird’s kühler (!) … wir sind auf der anderen Seite des Äquators.

Im Anschluss fahren wir nach Wellington, der neuseeländischen Hauptstadt im Süden der Nordinsel, nette Stadt mit (u. a.) einem supermodernen Nationalmuseum. Unser B&B liegt direkt an der Waterfront, tolle Eindrücke beim Frühstück. Es ist jedoch sehr früh, unser Landlord Ben (ca. 70) steht für uns auf u. macht ein sicher nicht kalorienfreies English-Breakfast. Auf der Fähre werden wir überaschenderweise zur Lounge gebeten, dank Ben können wir das kulinarische Programm jedoch kaum nutzen, der Internet-Voucher aber ist klasse. Es folgt eine 4-stündige Fährfahrt zur Südinsel, die Bilder sprechen einmal mehr für sich. Jetzt gilt’s: Nord- oder Südinsel? Die Messlatte liegt hoch.

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*Bilder: Neuseeland, u. a. Hot Water Beach, Cathetral Cove, Maunganui Hill, Huka Falls, Cape Kidnappers u. immer wieder Wasserfälle (10), Weinberge, Strandbehausung, Church Road Winery, Strongman 2016: Übersee-Training, Beach-Joga, Andrew b. Mills Reef, im Dschungel (2), Asterix u. sein Stein, “echter” Linksfahrer, Schubert’s Winery, Brookfields Winery: Bordeaux Blends (rechts u. links der Gironde**), Art “Palmen-Farn”: überall zu sehen -> auch Symbol auf Flaggen, z. B. All Blacks, alte Maori-Stätte, Lake Taupo, Frühstück b. Ben, Möwe m. Vorfahrt, der Kiwi.

** Bordeaux: links der Gironde (z. B. Medoc) = Cabernet Sauvignon lastig, rechts der Gironde (z. B. Pomerol) = Merlot lastig.